Filmporträt Rosa Luxemburg von

Margarethe von Trotta

„Frauen, Freiheit, Verantwortung“ – Ein Film, der bewegt und mahnt

52 Mitglieder des Nauheimer Landfrauenvereins beginnen den Internationalen Frauentag mit einem Vormittag, der Herz, Verstand und Haltung gleichermaßen berührt. 

In der Cinebar in Groß-Gerau begann der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück, das nicht nur den Körper stärkte, sondern auch das Gefühl von Zusammenhalt.  Zwischen dampfendem Kaffee und lebhaften Gesprächen entstand eine Atmosphäre, die zeigte, wie viel Kraft in der weiblichen Gemeinschaft liegt.

Ein Film, der unter die Haut geht
Im Anschluss sahen die Landfrauen das Filmporträt Rosa Luxemburg von Margarethe von Trotta – ein Werk, das die Zuschauerinnen tief bewegte. Die Darstellung einer Frau, die unbeirrbar für Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit entstand, traf einen Nerv.

Viele Frauen äußerten sich, wie sehr sie beeindruckte:
Rosa Luxemburgs Mut, sich gegen Krieg, Gewalt und Unterdrückung zu stellen.
Ihr kompromissloser Einsatz für Gleichheit und politischer Teilhabe.
Ihre Fähigkeit, selbst in Gefangenschaft Schönheit in der Natur zu entdecken und daraus Kraft zu schöpfen.
Ihre Treue zu sich selbst, auch als der Preis dafür Freiheit und schließlich das Leben war.

Der Film macht deutlich, wie zerbrechlich demokratische Errungenschaften sein können- und wie schnell sie verloren gehen, wenn Menschen sich zurückziehen oder schweigen. Die Parallelen zur Gegenwart waren unübersehbar. Viele Frauen sprechen offen darüber, dass politische Gleichgültigkeit oder Nicht- Wählen Entwicklungen begünstigen könnten, die man aus der Geschichte kennt und nie wieder erleben möchte.

Besonders eindrücklich blieb ein Bild aus dem Film: Rosa Luxemburgs Freude über die Maulwürfe, die selbst im Gefängnis weitergraben. Für viele Frauen wurde dieses Bild zum Symbol dafür, dass Hoffnung und Veränderung selbst dort wachsen, wo alles aussichtslos scheint. Ein stiller, aber kraftvoller Hinweis darauf, dass Beharrlichkeit und Mut auch heute mehr denn je gebraucht werden. 

Rosa Luxemburgs Haltung- unbequem, mutig, unerschütterlich- wirkte wie ein Spiegel. der uns daran erinnert, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist. und dass sie Menschen braucht, die hinsehen, sich einmischen und Verantwortung übernehmen. 

Austausch, der nachwirkt
Einige Teilnehmerinnen ließen den Vormittag im Ital. Restaurant bei Gino ausklingen. Dort wurde weiter diskutiert, reflektiert und miteinander nachgedacht. Die Gespräche waren intensiv, ehrlich und getragen von dem Wunsch, das Gesehene nicht einfach abzulegen, sondern mitzunehmen in den Alltag.

Ein Frauentag mit Botschaft
Die Nauheimer Landfrauen blicken auf einen Frauentag zurück, der nicht nur berührt, sondern auch wachgerüttelt hat. Er zeigt, wie wichtig Gemeinschaft ist- und wie notwendig politisches Bewusstsein bleibt. Die Frauen gingen mit dem Gefühl nach Hause, dass Mut und Menschlichkeit auch heute gebracht werden. Und dass jede Einzelne etwas beitragen kann, damit Freiheit, Gleichheit und Würde nicht nur Worte bleiben, sondern Wirklichkeit!

Anne Dammel, 08.03.2026