„Gute Worte, ein starkes Wir“

Vortrag von Patrick Schröder

Ein Abend über die Kraft der respektvollen Kommunikation

Am Montag, den 09.03.2026, hatte der Vorstand der Nauheimer Landfrauen zu einem besonderen Vortragsabend in das Cafe Stelzer eingeladen. Rund 25 Teilnehmerinnen waren der Einladung gefolgt und erlebten einen inspirierenden Abend rund um die Kraft der Sprache und die Bedeutung guter Worte für ein gelingendes Miteinander.

Als Referenten begrüßten wir Patrick Schröder, Geschäftsführer von Medifit Rüsselsheim und Trainer für respektvolle und bewusster Kommunikation. Mit seinem Vortrag „Gute Worte, starkes WIR – wie wir durch gute Worte Gemeinschaft stärken“ traf er ein Thema, das aktueller kaum sein konnte.

Was Gemeinschaft stark macht
Zu Beginn stellte Patrick Schröder eine eindrucksvolle frage: „Was ist das Geheimnis, gesund alt zu werden?“
100 Menschen wurden dazu befragt- und egal wie unterschiedlich die Antworten waren, ein Faktor tauchte immer wieder auf; Gemeinschaft. Menschen leben länger, wenn sie eingebunden sind, wenn sie Beziehungen haben. Doch Gemeinschaft entsteht nicht zufällig. Sie wächst durch unsere Kommunikation, durch die Art, wie wir miteinander sprechen.

Respekt- Liebe in Zivil
Ein Schwerpunkt des abends war die Frage: 
Was bedeutet Respekt?
Heißt Respekt, nicht mehr zu streiten?
Bedeutet er immer einer Meinung zu sein?

Patrick Schröder zeigte, dass Respekt für jeden etwas anderes bedeutet- und das wir oft nicht merken, wann er fehlt. In Leitbildern von Firmen, in Kampagnen wie bei der FIFA: Überall wird Respekt gefordert, doch im Alltag wird er häufig vermisst. 

Sein prägnanter Satz blieb vielen im Gedächtnis:
„Respekt ist Liebe in Zivil.“
Besonders berührend war das Beispiel aus Afrika: Der Stamm der Zulu begrüßt sich mit „Sawubona“- „Ich sehe dich“ 
Die Antwort lautet : „Ich fühle mich gesehen“.

Respekt bedeutet also, den anderen wirklich wahrzunehmen- ohne Oberflächlichkeit, auf Augenhöhe.

Wie Worte verbinden – oder trennen
Der Referent machte deutlich, dass wir uns oft nicht an allem stören, was jemand sagt, sondern wie es sagt.
Respekt schafft Vertrauen – Respektlosigkeit macht krank.
Worte können Menschen voneinander trennen oder sie miteinander verbinden.

Ein zentrales Element ist das Zuhören. 
Obwohl wir 60 % unserer Kommunikationszeit mit Zuhören verbringen, behalten wir nur etwa 25% davon. Unsere Kultur ist nicht mehr stark ans zuhören gebunden- wir hören oft nicht zu, um zu verstehen, sondern um zu antworten.

Über Entschuldigungen, Missverständnisse und die Macht der Perspektive manchmal gehen Gespräche schief- und manchmal müssen wir einsehen, dass wir selbst daran Anteil haben. Dass ist ein Grund zur Reflexion , aber kein Grund zur Resignation. 

Eine echte Entschuldigung kann heilen.
Wenn wir verstehen, dass jeder Mensch die Welt ein wenig anders wahrnimmt, können Gespräche plötzlich viel entspannter werden. Genau solche Gespräche sind der Klebstoff einer guten Gemeinschaft.

Ein kluger Satz des Abends lautete:
„Suche bei Streitgesprächen zuerst die Gründe bei dir- und ein Gespräch entspannt sich. Suche sie beim anderen- und es eskaliert.“

Die kleinste Maßeinheit des Respekts: das einzelne Wort
Patrick Schröder zeigte, wie viel Macht in unsere Wortwahl steckt.

Achtsame Sprache bedeutet:
bewusst sprechen statt automatisch reagieren
keine Floskeln, keine Oberflächlichkeiten
natürlich, authentisch, ehrlich und offen bleiben
mit Worten spiegeln, was man wirklich meint

Auch Rituale der Wertschätzung stärken Gemeinschaft- kleine Gesten, kurze Anerkennungen, bewusstes „Ich sehe dich.“

Ein Gedicht, das nachwirkt…
Zum Abschuss des inspirierenden Vortrags schenkte Herr Schröder den Frauen ein besonderes einfühlsames Gedicht:

„Gedanken einer Kerze“ von Adalbert Balling.
Darin vergleicht sich die Kerze mit uns Menschen:
Je mehr sie für andere brennt, desto heller wird es in ihr selbst.
Vielleicht, so die Kerze, sei es bei vielen Menschen nur deshalb so düster, weil sie sich scheuen, anderen ein licht zu sein. Ein einziges Licht, das brennt, ist mehr wert als alle Dunkelheit der Welt.

Und so ermutigt die kleine Kerze: „Lasst euch ein wenig Mut machen von mir- einer winzigen Kerze“
Dieser poetische Abschluss berührte die Teilnehmerinnen spürbar und rundete den Abend auf besondere Weise ab.

Dank und Ausklang
Im Anschluss bedankte sich der  Vorstand bei Herrn Schröder für einen Abend der besonderen Art und überreichte ihm als Zeichen der Wertschätzung  ein wunderschön arrangiertes Frühlingsgebinde in Begleitung eines Nauheimer Landfrauen- Kochbuchs – denn auch gemeinsames Kochen trägt zur kulinarischen Kommunikation bei und verbindet Menschen auf eine ganz eigene Weise. 

Anne Dammel, 10.03.2026