12.08.19 - Psychose Vortrag

Schizophrenie oder Psychose - Erkrankte haben keine gespaltene Persönlichkeit
Wenn die Wirklichkeit verloren geht


Mitte August hatten die Nauheimer Landfrauen Frau Anke Creachcadec, Dipl.-Pädagogin, und Bereichsleiterin Mörfelden-Walldorf des Sozialpsychiatrischen Vereins Groß-Gerau e.V. und Herr Willi Opp, Dipl.-Sozialpädagoge und Bereichsleiter Rüsselsheim des Sozialpsychiatrischen Vereins Groß- Gerau e.V. eingeladen.
Sie sprachen in Wort und Bild vor 38 Mitglieder und Gäste im Café Stelzer zum Thema: "Psychose - wenn die Wirklichkeit verloren geht."

Viele Menschen glauben, dass Schizophrenie oder Psychose bedeutet, dass die Erkrankten dann eine gespaltene Persönlichkeit hätten, so die Referenten.
Richtig ist, dass der Betroffene den Kontakt zur Wirklichkeit verliert und völlig unrichtige Annahmen oder Gedanken / Wahnvorstellungen über andere und über seine Umgebung hat.

Es war zu erfahren, dass man nicht genau weiß was die Ursachen für die Erkrankung sind.
Der Drogenkonsum kann eine Schizophrenie begünstigen.
Als Risikofaktoren wurden familiäre Vorbelastung und Stress genannt.
Eine Schizophrenie bricht nicht von heute auf morgen aus. Sie ist schleichend und beginnt häufig schon in der Pubertät.
Die Betroffen bemerken es oft aber nicht, weil die auffälligen Symptome, Wahnvorstellungen, Halluzinationen erst später auftreten.
Zu Beginn sind sie eher unkonzentriert, depressiv verstimmt und ziehen sich von ihrem sozialen Umfeld, Freunden, Hobbys zurück, dabei wirken sie sehr teilnahmslos.
Vermutungen reichen nicht aus. Es hat sich jeder schon mal zurückgezogen und war unkonzentriert.
Schließlich kann nur ein Facharzt am Auftreten der Symptome erkennen, ob es sich um eine schizophrene Erkrankung handelt.

Die Behandlung der Patienten kam auch zur Sprache. Hier wurde der Psychiatrieaufenthalt genannt. Dort kommen die betroffenen Menschen zur Ruhe und können sich erholen.
Wobei in einer dreigliedrigen Therapie, medikamentös, psychotherapeutisch und soziotherapeutisch behandelt wird.
Wichtig ist, für den Betroffenen und die Angehörigen die Situation zu akzeptieren.
Eine große Hürde auf dem Weg zur Akzeptanz ist, dass psychische Erkrankungen mit vielen falschen Vorurteilen belegt sind, bei Betroffenen, ihren Angehörigen wie auch im Umfeld.
Um den Fehleinschätzungen entgegen zu wirken sollte man Informations- und Aufklärungsprojekte besuchen.
Diese werden kreisweit vom Sozialpsychiatrischen Verein e.V. angeboten.

Außerdem betreut, begleitet und berät der Verein an verschiedenen Standorten im Kreis Groß-Gerau psychisch erkrankte Menschen.
Im ambulant betreuten Wohnen, in Tagesstätten, Wohnheimen, psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen,im Integrationsfachdienst,im begleiteten Familienwohnen.
Das Engagement liegt auch bei Angeboten für Kinder psychisch erkrankter Eltern.
Am Ende des interessanten und informativen Vortrags hatten die Teilnehmer Gelegenheit Fragen zu stellen, die kompetent von Frau Creachcadec und Herr Opp beantwortet wurden.

Danach waren sich Mitglieder und Gäste einig, dass der SPV eine soziale Bereicherung und eine dringende Notwendigkeit nicht nur für den Kreis Groß-Gerau ist.
Der Vorstand des Landfrauenvereins Nauheim bedankte sich bei den Referenten mit Nau'mer Latweje und übergab gleichzeitig eine Spende in Höhe von 100,- Euro, die dem SPV zugute kommen.



Bericht von Anne Dammel / 01.09.2019


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