29.07.19 - Hirschkäfer Vortrag

Hirschkäfer - Experte Wolfgang Müller berichtet in Wort und Bild über die imposanten Waldbewohner

Mit Interesse verfolgten die Mitglieder und Gäste im Café Stelzer den Ausführungen von Wolfgang Müller vom Naturschutzbund Rüsselsheim.
In anschaulicher Weise mit Präparate und lebendigen Engerlingen bekamen die Teilnehmer die Entwicklung eines Hirschkäfers nahegelegt.

Den Hirschkäfer kennt jeder, leider oft nur dem Namen nach.
Dies aber änderte sich am Vortragsabend für die Hirschkäfer-Interessierten. Es war zu erfahren, dass die bis zu 9 Zentimeter langen Käfer-Männchen die Geweihe nicht nur der Nahrungsaufnahme dienen, sondern um auch während der Paarungszeit erbitterte Rivalenkämpfe auszutragen.

Von Mitte Juni bis Ende Juli schwärmen die Käfer besonders gerne alte Eichen an. Sehr anspruchsvoll so Herr Müller sind die Insekten bei der Fortpflanzung und der Brutpflege:
Männchen wie Weibchen brauchen zur Reifung ihrer Keimzellen Baumsaft, der bestimmte Pilze enthalten soll.
Zur Fortpflanzung bevorzugen die Geweihträger morsche Bäume. Das Weibchen setzt alles dran um dorthin zu kommen. Sie können sogar Baumwunden beißen.
Interessant war zuhören, dass die Weibchen an diesen Stellen verharren, bis ein Männchen zur Paarung kommt.
Diese Prozedur kann tagelang dauern. Im Anschluss gräbt sich das Weibchen in die Erde ein, wo es bis zu 100 Eier an die Wurzelstöcke der morschen Eichen legt.

Nach zwei Wochen schlüpfen die Larven, sie bleiben fünf bis acht Jahre unter der Erde, wo sie sich von morschem,feuchtem Holz ernähren.

In forstwirtschaftlich genutzten Wäldern ist dieser Lebensraum für Hirschkäfer nur noch selten zu finden.
Denn schließlich bauen sich die Larven ein Kokon, verpuppen sich und verbringen ihre letzten Lebenswochen über der Erde.

Der engagierte Naturschützer Wolfgang Müller appellierte zur Erhaltung des Hirschkäfers in den Wäldern deshalb morsche Eichenstümpfe stehen zu lassen.
Nur so kann der Lebensraum der besonderen und seltenen Waldbewohner bewahrt und die vom Aussterben bedrohten Käfer hingewiesen werden.

Hirschkäfer der größte und markanteste heimische Käfer und in vielen Regionen sehr selten geworden.
Wir haben es in der Hand, wie wir in Zukunft mit dem Naturschutz, dem Lebensraum von Mensch, Tier und Pflanze umgehen.

Am Ende des aufschlussreichen Vortrags und vielen Denk-Anstößen, bedankte sich der Vorstand bei Herrn Müller mit einem Gläsje Nau'mer Latweje und einer Geldspende, die dem Naturschutzbund Rüsselsheim zugute kommt.



Bericht von Anne Dammel / 04.08.2019


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